Archiv der Kategorie Zeit

Der du, Gott, die Zeit in Händen hast

1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.

2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.

3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht:
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.

4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.

5. Und diese Gaben, Herr, allein
laß Wert und Maß der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.

6. Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Text: Jochen Klepper 1938
Melodie: Siegfried Reda 1960

Prost Neujahr!

Gott, ein neues Jahr hat begonnen. Ich bin gespannt, was alles kommen wird. Wie wird es sein? Dieses neue Jahr?
So vieles ist unklar, so vieles unbekannt. Es ist spannend, in diese neue Zeit zu starten. Und gleichzeitig habe ich ein mulmiges Gefühl. Werde ich allen Anforderungen gewachsen sein? Wird es ein gutes Jahr werden? Werde ich deinen Segen spüren und erkennen?
Hilf mir, Herr. Segne mich bitte! Und mache dieses Jahr für mich zu einem Jahr mit Dir.

Amen.

5 vor 12

5 Minuten vor 12
Wie oft im Leben ist es 5 Minuten vor 12, um mal etwas zu erledigen, was man schon längst tun wollte. 5 Minuten vor 12, um eine Schulversetzung zu schaffen, 5 Minuten vor 12, um eine zerbrochene Beziehung retten, 5 Minuten vor 12, daß Politiker einen Krieg verhindern?!
Ich wünsche mir für mich und andere die Kraft, in einer solchen Situation sich noch einmal aufzuraffen und etwas dagegen zu tun. Ich wünsche mir, daß das Gute im Menschen in einer solchen Lage überwiegt und das Schlechte ausgleicht. Ich wünsche mir, daß die Menschen erkennen, daß es in unserem Leben und in unserer Welt oft 5 Minuten vor 12 ist, weil wir so oft etwas falsch machen. Ich wünsche mir, das die Menschen gemeinsam etwa dagegen tun und es auch in schlechten Situationen und Zeiten noch Menschen gibt, die für das Gute kämpfen und nicht aufgeben. Gib ihnen die Kraft und die Hoffnung, den Glauben und die Liebe durchzuhalten!

Carmen Nerschbach (16) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Neujahr

Mein Herr und mein GOTT!
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende zu. Dies ist uns ein Anlass, Dir zu danken für die vielen Gaben, die Du uns das ganze Jahr hindurch gewährt und geschenkt hast, auch wenn wir das meistens gar nicht gemerkt haben.
Wir danken Dir für Deine Gnade, mit der Du uns ständig überreich beschenken wolltest, und die wir oft nur teilweise oder gar nicht angenommen haben. Besonders danken wir Dir für die Gnaden die uns in den Sakramenten und der hl. Messe zugeflossen sind.
Wir danken Dir für Deine Treue, mit der Du uns durch das Jahr begleitet hast, auch wenn wir Dir und Deinen Geboten untreu waren.
Wir danken Dir für Deine Liebe, die größer war, als alle Liebe zusammengenommen, die wir durch unsere Nächsten im letzten Jahr erfahren haben. Beschämt schauen wir auf unsere schwache Gottes- und Nächstenliebe.

Wir wollen Dir aber auch für die kleinen Dinge des Lebens danken:
Für die Begegnung mit Menschen, mit denen wir fröhliche Stunden verbracht haben.
Für die kleinen und großen Erfolge bei unserer Arbeit, die uns Ansporn gaben weiterzumachen.
Für die Schwierigkeiten und Misserfolge bei unserer Arbeit, die uns zeigten, dass unser Tun begrenzt und nur Stückwerk ist und unser Ziel nicht diese Welt ist.
Für die Blumen am Wegrand, deren Anblick uns erfreut hat.
Für die strahlende Sonne, die uns Licht und Wärme im Übermaß gespendet hat und darüber hinaus mit ihrem Schein jedes Mal auch unser Gemüt erhellt hat.
Für die vielfältigen Gaben der Natur, die unser Leben erhalten.

Wir haben Dir nun am Ende des Jahres mit Worten gedankt für Deine Gaben an uns. Doch viel lieber wäre Dir der Dank durch unsere Taten das ganze Jahr hindurch gewesen. Doch da haben wir bei weitem nicht das getan, was Du wolltest.
Unzählige Male haben wir gesündigt und Dich dadurch schwer beleidigt. Deine Liebe haben wir mit Undank beantwortet. Es gibt keine Entschuldigung für unsere Sünden. Aber wir bereuen sie von Herzen und nehmen uns fest vor sie im nächsten Jahr nicht mehr zu begehen. Voll Eifer wollen wir das Gute tun. Durch die Verdienste Jesu Christi am Kreuz wagen wir es, unsere Sünden Deiner Barmherzigkeit anzuempfehlen. Nimm sie hinweg von uns. Lass uns mit reinem Herzen das neue Jahr beginnen.

Aber eins sollte uns dabei klar sein: Alleine können wir niemals im Guten verharren. Ständig sind wir auf Deine Gnade angewiesen, um nicht zu fallen. Stärke uns auch im neuen Jahr durch Deine Grade. Wir versprechen Dir, dass wir Dich oft im Gebet um Deine Gnade anflehen. Nur so können wir besser werden.
Behüte uns davor, dass wir uns im nächsten Jahr an Silvester eingestehen müssen: Herr ich stehe heute nicht besser vor Dir da als vor einem Jahr. Gib uns vielmehr die Gnade, dass wir demütig sprechen können:
Herr, durch Deine Gnade ist meine Liebe zu Dir gewachsen.

Wir haben nun soeben auf das alte Jahr zurückgeschaut. Ein Neues liegt vor uns. Wir wissen nicht was im Einzelnen geschehen wird. Die Zukunft liegt wie eine Landschaft in der Morgendämmerung vor uns. Je weiter wir schauen wollen, desto weniger sehen wir. Nur grobe Verläufe sind zu Erahnen, doch auch sie können täuschen. Ungewiss ist die Zukunft für uns. Doch eins ist für uns gewiss: Du kennst schon jeden Augenblick unserer Zukunft genauestens und in jedem Augenblick wirst Du bei uns sein mit deiner Gnade und deiner Liebe.
Alles gereicht denen zum Guten, die Gott lieben. So können wir also doch in einer tiefen Geborgenheit in die Zukunft blicken.

Das Leid und das Kreuz ist Bestandteil des Lebens seit dem Sündenfall. Auch im nächsten Jahr wird es uns begleiten. Der Teufel wird auch im nächsten Jahr wieder versuchen möglichst viele Seelen zum Bösen zu verführen.

Deshalb ist es notwendig, dass wir Dich um Deine Gnade bitten für uns und die Welt im neuen Jahr:
für die Familien, dass sie eine gute christliche Gemeinschaft werden,
für die Staatenlenker, dass sie Deine Gesetze achten und gerecht und barmherzig regieren,
für Deine Hirten, dass sie sich mit Engagement für Dein Reich einsetzen,
für uns, dass wir Deine Wege besser erkennen und tapferer gehen.

Wir danken Dir, allmächtiger Gott. Amen.

Dietmar Volckmann

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